Kurztest: Mit dem E-Scooter unterwegs

Kurztest: Mit dem E-Scooter unterwegs

Jena Winzerla. Die grünen Roller, die vielerorts zu finden sind, sollen eine Ergänzung in der Mobilitätspalette sein. Ob sie das allerdings im Praxistest unter Beweis stellen, wollte ich im Selbstversuch herausfinden. Aller Anfang ist schwer: Vor der Probefahrt zeigen sich einige Probleme. Als erstes ließ sich die App des Anbieters nicht auf meinem Smartphone starten. Unser großer Sohn wusste Abhilfe. Nun habe ich die App auf dem Telefon, einzige Einschränkung, sie ist auf Englisch. Aber daran soll es nicht scheitern. In Winzerla in der Steenbeck-Straße steht endlich ein Roller. Ich versuche ihn zu starten, doch nach einigen Versuchen zeigt die App an, der Roller stehe nicht zur Verfügung. Versuch Nr. 2 am Flößerbrunnen. Hier läuft alles nach Plan, doch als ich den Roller starten will, stürzt die App auf dem Smartphone ab. Wieder nix.
Schließlich gelingt es mir, tags darauf eine Probefahrt zu unternehmen. Da es schon spät am Abend ist, beschränke ich mich auf ein fröhliches Hin und Her hinter unserem Haus. Nach zehn Minuten ist Schluss, ob der Roller tatsächlich eine Alternative ist, bleibt vorerst ungeklärt. Als nicht ungefährlich schätzt ihn auf jeden Fall die Jenaer Polizei ein. Auf Nachfrage wird erklärt, es gebe vermehrt Trunkenheitsfahrten im Stadtgebiet. Dabei gelten die gleichen Regeln wie für motorisierte Verkehrsteilnehmer, sprich, wer zuviel intus hat, verliert seine Fahrerlaubnis.

Unterdessen gibt es gute Nachrichten für andere E-Fahrzeuge. Wie André Kliem von den Stadtwerken mitteilte, sind in der Rudolstädter und der Anna-Siemsen-Straße die E-Ladepunkte installiert worden. Bereits im Juli seien zwei Schnelllader nahe der Stadtwerke in Betrieb genommen worden. Hier kann in zehn Minuten für 250 Kilometer Fahrstrecke geladen werden, mit Ökostrom. Das Angebot sei für Pendler, Durchreisende und Winzerlaer Bewohner gedacht. In Kooperation mit Winzerlaer Wohnungsunternehmen wurden zudem in der Anna-Siemsen-Straße drei Ladesäulen mit sechs Ladepunkten installiert. Hier besteht die Möglichkeit, auf bis zu 30 Ladepunkte zu erweitern, sagte André Kliem. Zunächst werde jedoch abgewartet, wie das Angebot durch Mieter bzw. Bewohner des Stadtteils angenommen wird. Insgesamt schätzen die Jenaer Stadtwerke die Entwicklung der E-Mobilität positiv ein: „Die steigenden Zulassungszahlen zeigen: Elektromobilität kommt ins Rollen“, sagt Claudia Budich, die Geschäftsführerin der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck. Es sei daran gedacht, weitere Hochleistungsladestationen im Stadtgebiet zu installieren. (Stephan Laudien)

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