Eichplatzdebatte in Winzerla

Eichplatzdebatte in Winzerla

Jena Winzerla. Seit Wochen gibt es nur ein Thema in Jena: die vorgesehene Bebauung des Eichplatzes im Herzen der Stadt. Keine Frage, eine Diskussion, die auch in Winzerla geführt wird. Am 6. März gab es in der Gemeinschaftsschule „Galileo“ die Gelegenheit, Pro und Kontra auszutauschen. Eingeladen hatte die Ostthüringer Zeitung, deren Lokalchef Lutz Prager den Abend moderierte. Etwa 50 Winzerlaer waren der Einladung gefolgt. Viel Zeit und viel Geld werde ein „Nein“ bei der Bürgerbefragung kosten, machte KIJ-Werkleiter Götz Blankenburg geltend. Eine Argumentation, die Stadtarchitekt Matthias Lerm mit Erläuterungen zum geplanten Bau untermauerte. Für einen Neuanfang plädierten hingegen Rosa-Maria Haschke und Eckard Birckner, die das „Moratorium Eichplatz“ vertraten. Vom „fehlenden Respekt“ den vorhandenen Strukturen gegenüber war die Rede. Matthias Lerm entgegnete, es habe einst eine dichtbebaute Innenstadt gegeben, mit Straßen, deren Namen heute kaum noch einer kennen würde. Nun gebe es endlich ein Projekt, nach dessen Umsetzung man flanieren, Bars, Cafes oder Restaurants besuchen könne. Ein „Zukunftsmodell“ für die Stadt sei geplant. Eckard Birckner sprach hingegen von großen Hoffnungen, großen Erwartungen, die enttäuscht worden seien: „Was hier geplant wird, könnte genauso gut in Kassel oder Dortmund stehen!“ Stattdessen wären unverwechselbare Silhouetten wünschenswert, eine Architektur, auf die der Bürger stolz sein könne. Götz Blankenburg sprach von einer 20-jährigen Vorbereitungszeit und einer dreijährigen Planungsphase, die endlich in einen umsetzbaren Entwurf münden würden. „Jena hat keine eigene Architektursprache entwickelt“, sagte Blankenburg.

Nach den Experten kamen einige Bürger zu Wort, die zumeist Bedenken anmeldeten. So war die Rede davon, dass die Johannisstraße verengt, kaum noch Sonne sehen werde. Von zuviel Beton war die Rede, von engen und schmalen Gassen und einem „viel zu kleinen“ Kirchplatz. Nichts zu hören war von den Kosten des Projekts. Doch die „Jenawohnen“-Vertreterin wusste zumindest zu berichten, dass bereits eine Million Euro in die Werbung für das Vorhaben geflossen sind. Am Ende des Abends wurde deutlich, dass noch immer zahlreiche Fragen offen sind und der Ausgang der Bürgerbefragung wohl kaum vorherzusagen sein wird.

Autor: Stephan Laudien

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