Der Jugendkeller „Tacheles“ schließt seine Pforten

Der Jugendkeller „Tacheles“ schließt seine Pforten

Jena Winzerla. Der Winzerlaer Jugendkeller „Tacheles“ ist Geschichte. Nach 20 Jahren wurde die Einrichtung zum 30. September geschlossen. „Jegliches hat seine Zeit“, sagt der Kreisjugendreferent der Evangelischen Kirche Rainer Engelhardt. Mit dem Auszug der Bonhoeffer-Gemeinde ende nun auch die Zeit des Jugendkellers. Das sei nicht weiter schlimm, so Engelhardt, denn die Jugendarbeit in Winzerla sei mit Freizeitladen und „Hugo“ hervorragend aufgestellt.
Die Geschichte des „Tacheles“ begann im September 2001. Kinder und Jugendliche seien an die Kirche herangetreten mit dem Wunsch nach einem Treffpunkt, ohne direkten Bezug zur Kirche. Vorrangig seien es sogenannte Lücke-Kinder gewesen, also jene Kinder, die nicht mehr in den Hort gehen, für Jugendclubs jedoch noch zu jung sind. Ihr Domizil fanden sie in einem ehemaligen Kindergarten in der Anna-Siemsen-Straße 1. „Das meiste entstand hier in Eigenleistung“, sagt Rainer Engelhardt. Heißt, die Jugendlichen renovierten die Räume selbst und gestalteten das Außengelände neu. Dann wurden Angebote unterbreitet, Sport und Spiel und Kreatives. Es wurde gemeinsam gekocht und gebacken, Filme wurden gezeigt. Rainer Engelhardt sagt, es habe stets eine sozial-pädagogische Begleitung gegeben, stets auch ein offenes Ohr für die Nöte und Sorgen der Heranwachsenden, jedoch sei nie missioniert worden. Der „Tacheles“ bot zudem etlichen anderen Projekten eine Bleibe. Zu den Gästen zählten der Generationentreff, das Projekt ELLi und diverse Frauenprojekte. Eine Zeitlang habe es die Möglichkeit gegeben, die Räume für Familienfeiern zu mieten, wegen verärgerter Anwohner sei das aber rasch wieder eingestellt worden, sagt Rainer Engelhardt.

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