Brückenkoloss wurde passgenau eingesetzt

Brückenkoloss wurde passgenau eingesetzt

Jena Winzerla. Mitte Juli soll das Bauwerk an der Ringwiese wieder passierbar sein… Spektakuläre Bilder gab es Ende Mai, Anfang Juni in der Kahlaischen Straße zu sehen. An der Ringwiese wurde innerhalb weniger Tage die neue Eisenbahnbrücke in ihr Fundament verschoben. Es galt, einen 2.700-Tonnen-Koloss über eine Strecke von 62 Metern zu verschieben und dann einzupassen. „Dieses Verfahren ist Standard“, sagte Bauleiter Dirk Wattenbach von der Deutschen Bahn. Ungefähr die Hälfte aller zu erneuernden Brücken werde auf diese Weise eingebaut. Spektakulär sei das Verfahren höchstens für die vielen Zuschauer, die sich an der Baustelle eingefunden hatten. Wobei Wattenbach, der für die Deutsche Bahn Netz als Bauleiter arbeitet, hinzufügt, es sei dennoch längst keine Routinebaustelle gewesen: „Es ist schon eine komplexe Sache, eine solche Brücke einzupassen.“ Diffizil sei die besondere „Schiefwinkligkeit“ des Bauwerks gewesen, die sich durch den Verlauf der darunterliegenden Fahrbahn ergibt.
Den Vorschub des Brückenbauwerks besorgten hydraulische Zylinder und stählerne Schienen, mit deren Hilfe die Männer der Leipziger Niederlassung von Thyssen-Krupp innerhalb zweier Tage die Brücke an den Einbauort brachten. Knifflig wurde es dann nochmal, als es darum ging, das Bauwerk abzusenken und in der richtigen Lage in die Widerlager einzupassen. Immerhin musste die Brücke 3,50 Meter abgesenkt werden, Zentimeter um Zentimeter.
Ein wenig Bauverzögerung hatte es gegeben, weil bei der Demontage der alten Widerlager Asbest gefunden worden war, das ordnungsgemäß entsorgt werden musste. Dirk Wattenbach vermutet, dass der Baustoff eingebracht wurde, als die Brücke Ende der 1960er Jahre saniert worden war. Das Bauwerk selbst stammte aus der Mitte der 1930er Jahre. Wattenbach: „Die neue Brücke soll 100 Jahre halten, mindestens!“
Wenn nichts dazwischenkommt, wird die Straße unter der Brücke Mitte Juli wieder für den Verkehr freigegeben. Die neue Brücke kostet 2,5 Millionen Euro, das gesamte Stück zwischen Gera und Weimar als Teil der Mitte-Deutschland-Strecke wird 77 Millionen Euro kosten.

Foto: thomsen

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