Bonhoeffer Gemeinde und Volkssolidarität bleiben in Winzerla!

Bonhoeffer Gemeinde und Volkssolidarität bleiben in Winzerla!

Jena Winzerla. Das ist für den Stadtteil sehr erfreulich. Die Zeit der Unsicherheit ist nun vorbei. Fest steht, dass beide Träger nach 25 Jahren ihr Domizil verlassen müssen. Die Anna-Siemsen-Straße 1 wird saniert und es ist eine andere Nutzung als bisher angedacht, betreutes Wohnen in Kombination mit einer verkleinerten Kita.
Der Volkssolidarität (VS) bzw. der Begegnungsstätte „Alt und Jung“ wurde gekündigt. „Für uns war die Nachricht ein Schreck“, so Erhard Harnisch, der mit seiner Frau Brigitte seit drei Jahren die Begegnungsstätte besucht. Seitens der Geschäftsführung der VS und der örtlichen Leitung sorgte die Kündigung für ein Aufbegehren, denn sie kam für den Träger sehr überraschend. Es ging eine Unterschriftensammlung in Umlauf, die innerhalb von 14 Tagen 350 Unterschriften einbrachte. Auch wurde politisch agiert, Stadtratsmitglieder wurden befragt und Interessenvertreter*innen eingeschaltet. Ebenfalls berichtete die Presse darüber. Das wiederum führte zu einem gemeinsamen Termin am 30.07.21, zu dem Sozialdezernent Eberhard Hertzsch einlud. Mit dabei waren die Geschäftsführer der jenawohnen GmbH, Tobias Wolfrum, und der wohndienstjena GmbH, Daniel Schade, der Werkleiter KIJ, Karl-Hermann Kliewe sowie der Geschäftsführer der VS, Rainer Thorwirth und Dr. Steinhaußen als Vorstand der VS Ostthüringen und Geschäftsführer des Landesseniorenrates. Die getroffenen Verabredungen sind für Rainer Thorwirth „äußerst zufriedenstellend“. Der VS wurden Ersatzräumlichkeiten in der Anna-Siemsen-Straße 2, gleich gegenüber angeboten. Diese werden in den nächsten Monaten umgebaut. Die VS soll gleichwertige Räumlichkeiten bekommen, die Förderung der Begegnungsstätte seitens der Kommune wurde ab 2022 zugesagt und eventuelle Mieterhöhungen werden seitens der Stadt kompensiert. Die VS kann solange in ihren Räumlichkeiten bleiben, bis die Umbauten im neuen Objekt abgeschlossen sind.
Einen ganz anderen Weg beschritt die Bonhoeffer Gemeinde. Sie entschied sich, wie Pastorin Friederike Costa sagt, für ein proaktives Handeln. Friederike Costa suchte im Vorfeld das Gespräch mit den Verantwortlichen. Tobias Wolfrum (jenawohnen) bot der Gemeinde ein Ausweichquartier an der Wasserachse in der Anna-Siemsen-Straße 29 an, dort wo früher der Asialaden war. Jedoch ist das neue Objekt alles andere als gleichwertig mit dem bisherigen. Die Gemeinde muss zukünftig nicht nur auf zwei Drittel ihrer Fläche bei gleicher Miete, sondern auch auf einige Angebote wie z.B. die Kleider- und Möbelbörse oder Kirchenasyl zu gewähren verzichten. Auch sorgt die Hausordnung für Einschränkungen im Kirchenbetrieb. Der Raumzuschnitt ist alles andere als optimal. Die Gemeinde legt deshalb selbst Hand an und baut eine Trennwand ein, so dass ein Besprechungsraum entsteht, der für die Arbeit unabdinglich ist. Ziel ist es, Anfang Oktober in den neuen Räumlichkeiten präsent zu sein. Friederike Costa ist optimistisch und hofft, „dass es uns gelingt, am neuen Ort unter veränderten Bedingungen Bewährtes fortzusetzen, Neues anzubieten und im Stadtteil als Gemeinde Jesu Christi segensreich zu wirken. Wir freuen uns auf Begegnungen mit Ihnen am neuen Ort.“

Foto v.l. Petra Kolodziej (Leiterin der Begegnungsstätte), Marlén Döpel (Mitarbeiterin der Begegnungsstätte) und Rainer Thorwirth (Geschäftsführer der Volkssolidarität)

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