Auf Kunstspaziergang entlang der Wasserachse

Auf Kunstspaziergang entlang der Wasserachse

Jena Winzerla. Winzerla ist reich an Kunst im öffentlichen Raum. Manches ist sehr exponiert, wie die „Sibylle“ an der Wasserachse, anderes fällt weniger ins Auge. Am 13. Mai bot sich die Gelegenheit, diese Kunst zu entdecken und Wissenswertes darüber zu erfahren. Sabine Zander, seit 1998 für Winzerla zuständige Stadtplanerin, nahm zahlreiche Besucher mit auf einen Spaziergang entlang der Wasserachse, vom „Quellstein“ (Stefan Wengler) über die „Sibylle“ (Anne-Katrin Altwein) bis hin zum „Flößerbrunnen“ (Detlef Reinemer). Sabine Zander erzählte, dass der alte Teil der Wasserachse von 1987 bis 1990 gestaltet worden war. Dann, Jahre später, drängte der erste Quartiersmanager Eberhard Warnke-Seithe darauf, das künstlerische Konzept von 1985 umzusetzen. Daraufhin gab es 2001 eine Ideenwerkstatt, bei der „der Phantasie freier Lauf gelassen wurde“. Wichtigste Erkenntnis: die Wasserachse sollte einen Anfang und ein Ende bekommen. Der Spaziergang führte nun vom Anfang bis zum Ende der Wasserachse, mit Erläuterungen von Sabine Zander und Lars Liebe, dem Fachdienstleiter Stadtentwicklung. Unter den Gästen waren Martin Neubert, der 2008 die „Fischtreppe“ schuf, und seine Frau Sibylle Mania, die u. a. das Denkmal für die Stasi-Opfer in der Gerbergasse schuf. Martin Neubert gab interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte der „Fischwanderung“, bei der das Kinderbüro Winzerla involviert war. Der Gestaltung war die Erkundung der Wasserwelt vorausgegangen, mit Besuchen des Phyletischen Museums und der Fischtreppe bei Döbritschen.
Andreas Mehlich vom Stadtteilbüro wusste Spannendes vom „Flößerbrunnen“ zu erzählen. Die Plastik sollte die Geschichte der Arbeiterklasse würdigen, weshalb der Entwurf mit Flößer, Weinbäuerin und Fischer Anklang fand. Weniger begeistert war jedoch die Staatssicherheit, weil der Flößer die Züge des Künsters Joachim Kuhlmann trägt. Auf seiner Umhängetasche steht das Ziel der Fahrt: Berlin, Paris New York. Da Kuhlmann ausgereist war, befürchtete die Stasi, der Brunnen könne zum Treffpunkt Ausreisewilliger werden, also ließ sie das Kunstwerk kurzerhand verschwinden. Erst 1999 wurde die Gruppe wieder aufgestellt.

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