„Klang der Stolpersteine“ machte in Winzerla Station

„Klang der Stolpersteine“ machte in Winzerla Station

Jena Winzerla. Die Stolpersteine, die der Künstler Gunter Demnig seit 1996 zunächst in Deutschland, inzwischen in ganz Europa verlegt, sollen die Erinnerung an die Ermordeten während der NS-Zeit wachhalten. Sie erinnern an Juden, an Sinti und Roma, sogenannte Asoziale oder Homosexuelle, die dem Rassewahn der Nazis zum Opfer fielen. In Jena wurde 2017 zudem die Aktion „Klang der Stolpersteine“ ins Leben gerufen. Initiiert von Till Noack, Gerhard Paulus und Klaus Wegener, wird jeweils am 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht 1938, mit musikalischen Andachten an die Opfer erinnert.
In Winzerla musizierte am 9. November das „Burgauer Trio“ am „Enver- Şimşek-Platz“. Auf Anregung von Pastorin Friederike Costa wurde der zehn Opfer des sogenannten NSU gedacht. Etwa 50 Besucher waren gekommen, die den Klezmer-Klängen von Luise und Michael Willsch (Geige und Akkordeon) sowie Andreas Fehrle (Bassgitarre) lauschten. Markus Meß vom Stadtteilbüro sprach davon, dass es ums Mahnen und Erinnern an konkreten Orten gehe, davon, dass Enver Şimşek ebenfalls ein Opfer der Nazi-Ideologie wurde. „Es hat sich leider gezeigt, dass sich Geschichte wiederholt“, so Meß. Im Anschluss sprach Ortsteilbürgermeister Friedrich-Wilhelm Gebhardt über die Rechtsterroristen aus Winzerla und er zitierte aus der Rede von Abdulkerim Şimşek, die dieser zur Namensweihe des „Enver-Şimşek-Platzes“ gehalten hatte. Pastorin Costa verlas danach Gedichte von Else Lasker-Schüler. Zum Abschluss der bewegenden halben Stunde intonierten die Musiker das Stück „Dos Kelbl“ (das Kälbchen), eine alte jiddische Weise.

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