Zahlreiche Besucher beim Tag des offenen Denkmals in Winzerla unterwegs
Mit diesem Ansturm hatten die Veranstalter nicht gerechnet: Über 100 neugierige Besucher wollten am Sonntag, 13. September, die ehemalige Goethe-Schule besichtigen. Ilja Claus vom Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie führte gemeinsam mit Ortsteilbürgermeister Markus Meß durch die einstige Schule. Anstatt einer Führung waren es am Ende drei, so Markus Meß. Unter den Gästen waren zahlreiche ehemalige Schülerinnen und Schüler, die sich in den Fluren und Fachkabinetten der Schule umschauen wollten. Erbaut wurde das Haus „Typ Gera“ Mitte der 1980er Jahre, seit Ende 2024 steht es unter Denkmalschutz.
Ilja Claus erläuterte, es sei die letzte einstige Schule ihrer Art in Jena und als solche schützenswert. Allerdings müsse dringend in die Sanierung bzw. Instandhaltung des Hauses investiert werden, so der Denkmalschützer. Nichts bekomme einem alten Haus weniger als die fehlende Nutzung. Er könne sich durchaus eine Teilsanierung vorstellen, so Claus. Aus Sicht der Denkmalschützer müsste das Außenbild erhalten bleiben, außerdem einzelne Fachkabinette, die Treppenhäuser und die Aula der Schule.
Einen zweiten Termin am Denkmaltag bestritten Bürgerverein und Frank Froehlich vom Ortsteilrat gemeinsam mit dem Denkmalpfleger Ilja Claus. Wie Frank Froehlich berichtet, war auch die Führung am Sängerplatz und der Trießnitz ein Erfolg. Hier wurden etwa 30 Neugierige gezählt, die sich das Aquädukt und die Quellstube ansehen wollten. Eine thematische Führung behandelte den Verlauf der Trießnitzquelle bis zur Mündung in die Saale bei Burgau, so Froehlich. Der Erstnachweis dieser wassertechnischen Anlage datiert immerhin auf das Jahr 1798. So war das Aquädukt notwendig, um das Wasser fast auf einer Höhenlinie ins Dorf zu leiten. Im Dorf Winzerla hat es den Feuerlöschteich und mehrere Pferdetränken und Brunnen gespeist und ist dann durch die Grenzstraße und über die „Rote Brücke“ nach Burgau gelaufen. Dort hat das Wasser die Burganlage sowie drei Brunnen im Dorf versorgt, ehe es in die Saale gelaufen ist.