Winzerla soll das Begegnungszentrum bekommen
In Winzerla werden die Planungen für den Neubau des Begegnungszentrums weiter vorangetrieben. Der Stadtrat hat den Weg dafür am 3. Juni freigemacht. Gebaut werden soll ein Begegnungszentrum als „Ort der Lebendigen Demokratie“ nahe des Enver-Şimşek-Platzes. Dem Beschluss im Stadtrat gingen zwei Bürgeranträge voraus. Einer der Anträge forderte die erneute Prüfung des Vorhabens, der zweite sprach sich für die Umsetzung der Neubaupläne am vorgesehenen Standort aus. Dezernent Dirk Lange sagte, die erneute Prüfung möglicher Standorte habe gezeigt, dass der geplante Standort sowohl städtebaulich als auch funktional die besten Voraussetzungen bietet. Gleichzeitig ermögliche er, die Fördermittel des Bundes zu nutzen und ein Gebäude zu schaffen, das auf die Bedürfnisse des Stadtteils zugeschnitten ist. Angenommen wurde ein Änderungsantrag, den Tobias Birk (SPD), Vincent Leonardi (Grüne) und Ortsteilbürgermeister Markus Meß (parteilos) eingereicht hatten. Er sieht vor, die Flächenversiegelung zu minimieren und den Beteiligungsprozess mit den Bewohnern und anderen Interessenten in Winzerla zu verstetigen. Es sollen Fragen zur Lage, Kubatur und Umfeldgestaltung besprochen werden.
Die Bürgerinitiative „PRO GOETHE“ kritisierte den Beschluss und sprach von einem „Scheinkompromiss“. Sprecher Jens Löbel sagte, die BI sei nicht mit dem Anliegen durchgekommen, das Begegnungszentrum in der ehemaligen Goetheschule einzurichten. Das sei zu akzeptieren, so Löbel. Hingegen fühle man sich „verarscht“, weil schon einen Tag nach der Entscheidung bekannt wurde, es solle am ursprünglichen Baufeld für den Neubau festgehalten werden. Er bezog sich auf die Aussage des Oberbürgermeisters in dessen Videobotschaft, das neue Zentrum werde am vorgesehenen Standort errichtet. Nach Ansicht von Löbel habe es bislang keine ergebnisoffene Prüfung gegeben, das Begegnungszentrum in der ehemaligen Schule unterzubringen. Hingegen würden die Nachteile des Neubaus, insbesondere Flächenversieglung und erhebliche Kostenrisiken, im Faktenpapier der Verwaltung schlicht verschwiegen. Von Seiten der Neubau-Befürworter sagte der ehemalige Ortsteilbürgermeister Friedrich-Wilhelm Gebhardt, er finde es gut, dass es perspektivisch eine Lösung für die Goetheschule gebe. Es sei zudem wichtig, dass der Neubau kommt, dabei sei es kein Problem, wenn der Standort noch etwas verschoben werde. Gut sei zudem die Idee, das gesamte Vorhaben den Bürgern noch einmal detailliert vorzustellen.
Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung, bis Ende September einen Bericht zu den langfristigen Betriebs- und Folgekosten des Begegnungszentrum vorzulegen. Vorbereitet werde der Realisierungswettbewerb; das Preisgericht soll im Dezember entscheiden. Außerdem wurde informiert, dass geprüft werden soll, ob die ehemalige Goetheschule perspektivisch als Wohnhaus genutzt werden kann. Es werde eine Ausschreibung der Immobilie vorbereitet, um Interessenten für eine Entwicklung des Gebäudes zu finden. Laut Dezernent Lange gebe es bereits einen Interessenten für die Immobilie.