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"PRO GOETHE" versus Neubau Bürgerzentrum

"PRO GOETHE" versus Neubau Bürgerzentrum

Die Argumente sprechen klar für einen Neubau: Initiative fordert Bürgerzentrum am Şimşek-Platz
„Wir wollen klarstellen, dass es viele Menschen in Winzerla gibt, die sich für den Neubau des Bürgerzentrums aussprechen“, sagt Friedrich-Wilhelm Gebhardt. Der ehemalige Ortsteilbürgermeister reagiert auf die Bürgerinitiative „PRO GOETHE“ und sammelt selbst Unterschriften, um einen Einwohnerantrag bei der Stadt einzureichen. Es gehe darum, den Stadtrat aufzufordern, den geplanten Neubau eines Bürgerbegegnungszentrums am Enver-Şimşek-Platz weiter voranzutreiben. „Wir hoffen, dass im nächsten Jahr die Planung abgeschlossen wird, so dass 2028/29 gebaut werden kann“, sagt Gebhardt. Inzwischen hat Friedrich-Wilhelm Gebhardt gemeinsam mit seinen Mitstreitern von der SPD ungefähr 500 Unterschriften gesammelt. Die Listen wurden Ende Februar an den Oberbürgermeister übergeben; wenn alles korrekt ist, muss sich der Stadtrat mit dem Antrag befassen. Im Gespräch mit der Spitze des Eigenbetriebs Kommunale Immobilien sei klar festgestellt worden, dass eine Ertüchtigung der Goetheschule mindestens 20 Millionen Euro kosten würde, sagt Friedrich-Wilhelm Gebhardt. Selbst wenn die jetzt für den Neubau zugesagten gut fünf Millionen Fördermittel und die zwei Millionen Eigenanteil der Stadt dafür genutzt werden könnten, fehlten immer noch 13 Millionen Euro: „Das Geld ist einfach nicht da“, sagt Gebhardt. Ihm sei klar, dass der Denkmalschutz eine Nutzung der alten Schule befürwortet. Ob sich aber tatsächlich einfach ein Fahrstuhl einbauen lasse, das sei doch fragwürdig. Zunächst müsste die Statik des Gebäudes geprüft werden. Vieles sei einfach unklar, doch er vertraue auf die Fachleute, die eine klare Meinung zur alten Goetheschule vertreten. Fachdienstleiter Lars Liebe habe doch im Ortsteilrat deutlich gemacht, dass der Fördermittelgeber in Abwägung zwischen Goetheschule und Neubau nur letzteren akzeptiert. An dieser Tatsache komme niemand vorbei.

BI „PRO GOETHE“ kämpft für die Goetheschule: „Ein Neubau auf der grünen Wiese passt nicht mehr in die Zeit“
„Wenn das Bürgerzentrum neu gebaut wird, bleibt die Goetheschule ein Schandfleck im Stadtteil“, sagt Jens Löbel. Der Gewerkschafter ist Mitglied im Ortsteilrat Winzerla; gemeinsam mit Torsten Güllmar und weiteren Mitstreiter*innen hat Löbel eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen. Der schlichte Name: „PRO GOETHE“. Aus Löbels Sicht spricht vieles dafür, die alte Goetheschule zu einem Bürgerzentrum zu entwickeln. Man könne gut zu Fuß in die alte Schule gelangen, es gebe Parkplätze in der Nähe und der Bus halte direkt vor der Tür. Es passe einfach nicht mehr in die Zeit, einen Neubau auf eine grüne Fläche zu stellen, sagt Jens Löbel. „Dort unten würde die Grünfläche versiegelt, die Landschaft verschandelt!“ Es habe unterdessen Gespräche mit dem Denkmalschutz gegeben. Dort sei man der Ansicht, eine alte Mauer zu erhalten sei günstiger als eine neue Mauer zu bauen, sagt Löbel. Zudem gebe es die Möglichkeit, Fördermittel von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zu erhalten. Diese Fördermittel könnten als Eigenanteil der Stadt angerechnet werden. (Voraussetzung: Die baurechtlichen und denkmalrechtlichen Genehmigungen müssen vorliegen.) Die Bürgerinitiative „PRO GOETHE“ hat über 600 Unterschriften in Winzerla gesammelt und einen Einwohnerantrag eingereicht. Das bedeutet, wenn die Unterschriften korrekt gesammelt wurden, muss sich der Stadtrat mit dem Antrag befassen. Inzwischen hat der Hauptausschuss den Antrag bestätigt, der Stadtrat befasst sich wahrscheinlich am 1. April mit dem Antrag. Obwohl dieses Ziel erreicht ist, sammelt die Bürgerinitiative weiter Unterschriften: „Wir wollen zeigen, dass es noch mehr Menschen in Winzerla gibt, die den Neubauplänen skeptisch gegenüberstehen“, sagt Jens Löbel.

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