Neue Mieter in der ehemaligen Goetheschule
Neues Leben im alten Gemäuer: In der ehemaligen Goethe-Schule sind zwei neue Mieter eingezogen. Im Erdgeschoss hat der Verein „Solidarisches Gesundheitszentrum Jena“ Räume gefunden und begonnen, sie malermäßig zu verschönern. Noch fehlen Möbel und ein Internetanschluss, sagt Alicia Jerusalem vom Verein. Wenn alles eingerichtet ist, möchten die Vereinsmitglieder im Haus Menschen zu Fragen bezüglich Gesundheit und Wohlbefinden beraten. Ein Angebot, das Info-Abende, Lesungen, Bewegungsangebote und sogar Kino einschließt, wie Max Buttler sagt. Gebe es doch einen großen Raum, der einst als Hort diente. Bislang ist das Gesundheitszentrum zu Gast in der Kirchgemeinde an der Wasserachse. „In eigenen Räumen können wir unser Angebot weiterentwickeln und den partizipativen Ansatz weiterführen“, sagt Alicia Jerusalem. Anliegen sei es, auf bestehende Ungerechtigkeiten im System und Lücken in der Versorgung hinzuweisen. Davon seien beispielsweise Menschen mit eingeschränkter Mobilität betroffen oder Menschen, denen ausreichende Sprachkenntnisse fehlen. Auf den Punkt gebracht möchten die Akteure des Vereins eine bessere Gesundheitsversorgung für Alle, denn: „Gesundheit ist nicht nur eine medizinische Frage!“ (Max Buttler).
Im ersten Obergeschoss der einstigen Schule, die unter Denkmalschutz steht, hat unterdessen die russisch-orthodoxe Gemeinde Jena-Weimar ein Domizil gefunden. Der Erzpriester der Gemeinde, Michail Rahr, feierte bereits einen ersten Gottesdienst in den neuen Räumen. Michail Bermann, der eine Malgruppe in Winzerla leitet, sagt, die Gemeinde trete für ein offenes Miteinander aller Menschen ein und versuche, die Politik außen vor zu lassen. Ortsteilbürgermeister Markus Meß hatte die Kirchgemeinde in den neuen Räumen besucht. Es sei wichtig, die ehemalige Schule sinnvoll zu nutzen, sagte Meß. Ansonsten drohe das denkmalgeschützte Haus zu verfallen, womit niemandem gedient sei.