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Junge Pfadfinder gedachten der NSU-Mordopfer

Junge Pfadfinder gedachten der NSU-Mordopfer

Schon traditionell wird am 9. November in Jena im Rahmen der Aktion „Klang der Stolpersteine“ der NS-Opfer gedacht. In Winzerla rückt dabei immer der Enver-Şimşek-Platz in den Fokus, der nach dem ersten Opfer des sogenannten NSU benannt wurde. In diesem Jahr wurde das Gedenken durch junge Mitglieder des Pfadfinderstammes „St. Michael Jena“ gestaltet, musikalisch begleitet durch die Gruppe „Samba Paradieso“. Ungefähr 60 Menschen waren gekommen, um der Mordopfer zu gedenken. Verlesen wurden dabei die Namen der Ermordeten, beginnend mit Enver Şimşek, der am 9. September 2000 in Nürnberg ermordet worden war. Die weiteren Mordopfer waren Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, Ismail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter. Junge Pfadfinder verlasen die Namen der Mordopfer und kurze Informationen zu den Biografien. Pünktlich um 18.15 Uhr wurde dann gemeinsam das jiddische Lied „Dos Kelbl“ gesungen.
In diesem Jahr standen auch Täterorte im Fokus des Gedenkens. Dazu zählte die August-Bebel-Straße 4, wo sich einst das „Erbgesundheitsgericht“ befand, das Universitätshauptgebäude, die Bachstraße 18 und die Kahlaische Straße 1. In der Universität wirkte in der NS-Zeit der Rektor Karl Astel, der die Hochschule zu einer SS-Musteruniversität umgestalten wollte. In der Bachstraße 18 wurden Frauen und Männer zwangssterilisiert, in der Kahlaischen Straße 1 saß die „Anstalt für Menschliche Erbforschung und Rassenpolitik“. Der Enver-Şimşek-Platz in Winzerla reiht sich in die Täterorte mit ein, da die Mitglieder des sogenannten NSU aus dem Stadtteil stammten.

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