Wie alt ist Winzerla?

Wie alt ist Winzerla?

Jena Winzerla. Dietmar Schützes historische Betrachtungen… Bevor wir uns der Altersbestimmung zuwenden, müssen wir klären: Was soll zählen? Die erste Nennung des Namens Winzerla in einem staatlichen Archiv? Die Nennung eines der drei Vorläuferdörfer in kirchlichen Archiven? Die Nennung von Personen im Geburts- oder Sterberegister der Kirche (dem Kirchenbuch) mit Wohnverweis? Der geneigte Leser wird sich erinnern, es gab immer mindestens zwei Winzerlas.
Die verdienstvollen Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Jena-Winzerla, inbesondere Alfons Töppner, Ewald Finke, Egon Dummer haben anlässlich der 250-Jahrfeier der FFW Winzerla 1978 eine Chronik des Ortes erstellt. Ihnen stand als Grundlage ein staatliches Archiv zur Verfügung. In dem staatlichen Archiv wird eine Schenkung von Gütern an das Kloster in Thalbürgel erwähnt. Diese Güter wurden von den Brüdern Hermann und Albrecht von Lobdeburg 1325 verschenkt. Diese Güter sollen bei den „Winczern“ gelegen haben.
Das Winzerla bei Orlamünde können wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen. Die dortigen Lehnsherren zu dieser Zeit waren Mitglieder der Familie von Keßlar.
Der Thüringer Grafenkrieg dauert aber von 1342 bis 1346. Erst mit der Zerstörung des Dorfes Poxdorf, heute das Gebiet der B.-Brechtstraße, und des Ortes Winzerla, am Beutenberg, wurde das heutige Altwinzerla dauerhaft besiedelt.
Welches Winzerla ist bei den Winczern? Das am Beutenberg gelegene?
Der ebenfalls gern zitierte Weinberg „Am Katzenstein“ (1350) hilft auch nicht weiter. Es gibt den Katzenstein in Winzerla. Darauf steht die Villa Prüssing, bzw. das Saalebetreungswerk betreibt hier und heute eine Einrichtung.
Netterweise gab es in Kunitz auch einen Weinberg gleichen Namens.
Kaiser Otto II. nennt in einer Urkunde von 874 den Wein aus Winzerla. Im nächsten Satz verweist er aber auf Heilingen. Das liegt am Anfang des Hexengrundes unweit von Orlamünde. Damit wären wir wieder beim heutigen zweiten Winzerla, das jetzt ein Ortsteil von Orlamünde ist.
Wenn wir also schon ein Vorläuferdorf benutzen, weshalb nicht Gleina, das heutige Cospoth?
Warum?
Für uns wichtig war die Urpfarrei Lobeda. 967 wird erstmalig eine Kirche erwähnt. Für 968 werden Tochterkirchen erwähnt, u. a. Ammerbach, Rothenstein, Burgau und Gleina. In einer Urkunde von Papst Gregor IX. vom 28. November 1228, als der Lobedaer Pfarrer Hugo in Amt und Würden war, wird der Ort Gleina (Cospoth) aufgeführt.
Wir haben die Qual der Wahl zwischen 1060 bis 700 Jahre für das Alter von Winzerla, es ist alles drin. Ich werde versuchen, in die alten Kirchenbücher der Urpfarrei Einsicht zu nehmen und die Geburten und Sterbefälle zu untersuchen.

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