Von den Hirschlehden zum Hahnengrund

Von den Hirschlehden zum Hahnengrund

Jena Winzerla. Mit Dietmar Schütze unterwegs in Winzerla… Zur Erinnerung: Wir waren bei den Hirschlehden angekommen. Das sind die Wiesen auf der Höhe, über die die erste Stromtrasse führt. Hier verläuft der „Hebammenweg“. Er beginnt in Nennsdorf und führt durch den Hohlweg am Fuße des Regenberges (besser bekannt als Rehwiese) in Richtung Altwinzerla. Er ist die kürzeste Verbindung zwischen Nennsdorf und Winzerla. Nur in Winzerla gab es eine Hebamme.
Am Rande dieses Gebietes (Hirschlehden) am Nordende springt die Grenze der Gemarkung Nennsdorf auf die Hochfläche. Wenn wir am Rand des Tales weiter wandern, stoßen wir nach kurzer Zeit auf ein im Wald befindliches Gebäude (Datsche). Sie liegt in der Gemarkung Nennsdorf und wurde in den 1950er Jahren durch einen gutbetuchten Kollektivjäger errichtet. Nennsdorf gehört zu Bucha, in Jena gab es keine Genehmigung. Bucha war ein besonders gefördertes, sich entwickelndes, sozialistisches Dorf. Die Grenze verläuft unweit davon wieder am Rand des Tales. Sie verlässt das Kleinertal an dessen Ende und verläuft entlang des Ammerbacher Tales weiter am Rand der Höhe. Im Gebiet des Fuchsackers, das ist die große Wiese, über die die zweite Hochspannungsleitung verläuft, trifft Winzerla auf die Ammerbacher Flur. Mitten in der Wiese befindet sich, praktisch nicht erkennbar, der Lämmerberg. Nach wenigen hundert Metern wendet sich die Flurgrenze abrupt nach Osten, quer durch den Forst. Die allgemeine Richtung der Gemarkungsgrenze zeigt nach Osten. Sie durchquert den Wald um auf den Weg zu treffen, der den Anfang des Hahnengrundes markiert. An dieser Stelle einige kleine Anmerkungen: Das Wort „Hahnengrund“ hat nichts mit dem Hahn zu tun. Es gibt dazu differente Meinungen zwischen verschiedenen Altsprachenforschern. Auch gibt es in Ammerbach verschiedene Erklärungen, die aber einer genaueren Betrachtung nicht standhalten. Bitte beachten Sie, dass das Altgermanische über eine Sprachentwicklung zu uns kam. Über das Althochdeutsche, Mittelhochdeutsch zur jetzigen Sprache. Erschwerend kamen noch zwei Lautverschiebungen dazu. Die wenigen Leute die schreiben konnten, im Regelfall Mönche, schrieben die Wörter so wie sie diese verstanden hatten. Das musste sich nicht zwangsläufig mit der Aussprache vor Ort decken.
Im Gebiet befand sich nachgewiesenermaßen ein altgermanisches Heiligtum, eine alte Eiche. Diese war mit Opfergaben behangen. Besonders beliebt waren Pferdeschädel als Opfer und die üblichen Gaben des Ackers und des Gartens. Ob dieses Heiligtum die Bedeutung der „Irminsul“, des Weltenbaumes, der das All trägt, für die germanischen Stämme hatte, wissen wir nicht. Doch vom Missionar der Thüringer, Bonifatius, ist bekannt, dass er selbst solche Götzen abgesägt hat. Es gibt Hinweise, dass er auch hier war. Im weiteren Verlauf des Weges erweitert er sich zu einer kleineren Schlucht. Der Blick geht nach Osten in Richtung Winzerla und Kernberge.
Fortsetzung folgt

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1 Kommentar

  1. Christine Berndt - 24. April 2019

    Sehr interessant, gerne gelesen, mein Thema, vielen Dank,

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