Vom Cospoth zu den Hirschlehden

Vom Cospoth zu den Hirschlehden

Jena Winzerla. Treten wir nun an den Rand und lassen unseren Blick in Richtung Süden schweifen. Tief im Süden sehen wir die Leuchtenburg. Soweit geht die Winzerlaer Flur aber nicht. Vor uns sind Wiesen und linkerhand Wald ausgebreitet. Der Wald gehört zum großen Teil zu Göschwitz, nur ein kleiner zu Winzerla. Im Mittelgrund ist das Leutratal erkennbar. Der uns zugewandte Rand wird durch eine leicht ansteigende Wiese und einen kleinen Waldbaumbestand deutlich markiert. Hier ist das südlichste Ende von Winzerla. Linkerhand, da wo die Wiese an den größeren Waldbestand und das Leutratal trifft, befindet sich die Grenze der Gemarkungen Leutra, Göschwitz und Winzerla. Dieser Ort ist selbstverständlich mit einem entsprechenden Stein versehen. Entlang des Baumbestandes, von links nach rechts oder von Osten in Richtung Westen führt ein erkennbarer Weg. Er stößt auf eine kleine Baumgruppe und wendet sich nach Norden. Dort beginnt die Flurgrenze zwischen Winzerla und Oßmaritz. Ein Stein ist natürlich auch hier zu finden.
Rechts von unserem Standpunkt ist ein Feldweg mit einem Obstbaumbestand (überwiegend Birnen), der vom Leutratal zum Cospoth führt und an der Baumgruppe beginnt. Dieser Weg ist die Grenze zwischen Winzerla und Oßmaritz und zugleich die Grenze der kreisfreien Stadt Jena zum Saale-Holzland-Kreis. Dieser Weg führt uns nordwärts, er überquert die Schotterstraße nach Oßmaritz. Die Gemarkungsgrenze führt nun unterhalb des Weges entlang der Feld-Waldkante um das Cospoth herum. Ungefähr in Höhe des Vorwerkes verläuft die Grenze in Richtung „Kleinertal“. Zwei Anfänge von Schluchten sind erkennbar. Die Schlucht, die von Süden nach Norden führt, heißt Kleinertal. Es endet in Nennsdorf. Die westwärts verlaufende kleine Schlucht gehört noch zu Winzerla. Die Gemarkungsgrenze windet sich, in gerader Linie der westlichen Schlucht auf die Höhe des östlichen Randes des Kleinertales. Sie führt auf der oberen Kante des Kleinertales, hinter der ehemaligen, nun abgerissenen Segelfliegerhalle entlang. Sie erreicht dann zwei Wiesen, die „Hirschlehden“. Lehde ist ein altes deutsches Wort und bedeutet so viel wie Brache, Heide oder einfach Leere. Hirschlehden sind also Flächen (Heide, Brachen) auf denen Hirsche sich gern aufhielten. Leider gibt es in der Gemarkung Winzerla seit ewigen Zeiten keine Hirsche mehr.

Autor: Dietmar Schütze

über den Autor

Ich arbeite im Stadtteilbüro und schreibe Beiträge für und über Winzerla.

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