Neues zur Quartiersentwicklung Winzerla Nord

Neues zur Quartiersentwicklung Winzerla Nord

Jena Winzerla. Vom 20. bis zum 22. Juni gab es die fünfte Planungswerkstatt des Projektes zur Quartiersentwicklung Winzerla-Nord mit den Planern von „gruppe F“. Nachdem im vergangenen Jahr der Schwerpunkt der Bürgerbeteiligung auf dem Kennenlernen des Stadtteils mit seinen Herausforderungen und Qualitäten lag und ein gemeinsames Zukunftskonzept mit Schwerpunktthemen für die Entwicklung des Stadtteils erarbeitet wurde, geht es in diesem Jahr um die Konkretisierung der Ideen für die Gestaltung einzelner Freiräume im Quartier.

Die Wiese als Begegnungsraum

In den vergangenen Planungswerkstätten wurde deutlich, dass dem nördlichen Teil des Stadtteils Winzerla ein Aufenthalts- und Begegnungsort fehlt. Insbesondere für Jugendliche findet sich kein passender Treffpunkt. Gleichzeitig ist die städtische Wiese an der Friedrich-Zucker-Straße ein wenig genutzter Ort. Sie steht für eine Umgestaltung als kleiner Stadtpark mit einem Aufenthaltsbereich für die Jugendlichen zur Verfügung. Im Einklang mit den Leitgedanken des Zukunftskonzeptes soll ein Ort entstehen, der Begegnung ermöglicht, für alle gut zugänglich ist und gleichzeitig die Entwicklung der Natur im Stadtteil fördert. Der Vorentwurf für die Gestaltung sieht die Herstellung der wichtigsten Wegeverbindungen als barrierearme Fußwege vor, außerdem sollen Sitzgelegenheiten auf der Wiesenfläche ergänzt werden. Darüber hinaus soll ein Blühstreifen für Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge entstehen. Der Blühstreifen entlang der Friedrich-Zucker-Straße trennt die Wiese vom Straßenraum. Auch in Zukunft soll die Einsehbarkeit der Wiese erhalten bleiben. Während der 5. Planungswerkstatt wurden gemeinsam mit Jugendlichen aus dem Jugendzentrum „Hugo“ Ideen für die zukünftige Gestaltung einer Teilfläche entwickelt. Die Jugendlichen wünschen sich Aufenthaltsflächen, eine Schaukel und eine kleine Sportfläche. Im weiteren Planungsprozess wird nun geprüft, inwieweit sich diese Ideen vor Ort umsetzten lassen.

Die Achse als wichtige Wegeverbindung aufwerten

Neben der Wiese als neuer Begegnungsort stellte sich in den vorangegangenen Planungswerkstätten vor allem die Wegeverbindung von der Haltestelle Damaschke Weg bis zur Friedrich-Zucker-Straße entlang der Anna-Siemsen-Straße 6 bis 68 als Wegeverbindung heraus, die von sehr vielen Anwohnern genutzt wird. Die aktuelle Situation entspricht dabei nicht der intensiven Nutzung und den Bedürfnissen der Fußgänger. So stehen nicht in allen Bereichen Fußwege zur Verfügung und bestehende Verbindungen treffen häufig an Kreuzungen nicht schlüssig aufeinander. Um in Zukunft den Fußgängern Vorrang zu gewähren, soll der Abschnitt vom Kindergarten „Wirbelwind“ bis zur Anna-Siemsen-Straße 6a als Spielstraße gewidmet werden. Außerdem sollen Sitz- und Kletterelemente entlang des Weges Möglichkeiten zum kurzen Aufenthalt schaffen und zur Nutzung der bereits gestalteten Freiräume mit Spiel- und Aufenthaltsflächen einladen. Insgesamt liegt der Planung der Gedanke der „Bespielbaren Stadt“ zugrunde.

Kreuzungspunkte entlang der Achse verbessern

Langfristig sollen auch die Kreuzungsbereiche dieser Fußgängerverbindung mit den Quartiersstraßen in den Blick genommen werden. So ist daran gedacht, die unübersichtliche Verkehrssituation an der Kreuzung mit der Max-Steenbeck-Straße neu zu organisieren. Fußgänger, die von der Haltestelle Damaschkeweg in den Stadtteil gehen, müssen aktuell die breite Kreuzung passieren, ohne dass es eine klare Orientierung und Einsehbarkeit der aufeinandertreffenden Straßen und Einmündungen gibt. An dieser Stelle wird aktuell die Einrichtung eines „Shared Space“-Bereiches geprüft: Alle Verkehrsteilnehmer sind hier gleichberechtigt und zur gegenseitigen Rücksichtnahme aufgefordert.
Auch die Neuorganisation des Bereichs vorm Kindergarten als „Shared“ Space gäbe die Möglichkeit, einen kleinen Quartiersplatz zu entwickeln, der mit einigen Sitzelementen und einer Spiel-Kletterskulptur zum kurzen Aufenthalt einlädt. Eltern und Kinder sollen dadurch die Möglichkeit bekommen, kurz zu verweilen. Darüber hinaus ist eine neue Organisation des Hol- und Bring-Verkehrs vorm Kindergarten mit Kurzzeitparkplätzen („Kiss & Ride“) geplant.

Sollten Sie Fragen oder Anmerkungen haben, können Sie mit den Planern von „gruppe F Landschaftsarchitekten“ telefonisch oder per E-Mail in Kontakt treten:
Marieke Koehn, Telefon: 030 6112334, E-Mail: koehn@gruppef.com

über den Autor

Ich arbeite im Stadtteilbüro und schreibe Beiträge für und über Winzerla.

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