Flüchtlingsunterkunft soll im Frühsommer fertig sein

Flüchtlingsunterkunft soll im Frühsommer fertig sein

Jena Winzerla. Auf dem einstigen „Hugo“-Gelände an der Hugo-Schrade-Straße entsteht eine Unterkunft für 98 Menschen. Darüber informierte Dirk Kindermann vom Kommunalservice Jena, der für technische Investitionen zuständig ist. Gebaut werde in modularer Bauweise, das heißt, es werden vorgefertigte Bauteile verwendet. Noch in diesem Jahr werde der Bauauftrag vergeben, so Kindermann. Das Gebäude werde voraussichtlich bis Mitte Juni 2016 fertiggestellt sein. Geplant ist ein dreigeschossiger Bau, der sich nahtlos in die bestehende Baulücke zwischen den Garagen einfügen soll.
Etwa 50 Gäste waren am 9. November zur Ortsteilratssitzung in die „Galileo“-Schule gekommen. Zunächst hatte „Jenarbeit“-Chef Eberhard Hertzsch über die Situation der Flüchtlinge informiert. Solange der Status von Flüchtlingen ungeklärt sei, übernehme der Bund die Kosten für Verpflegung und Unterkunft. Vom Land Thüringen gebe es eine Pauschalsumme je Flüchtling; wegen der vergleichsweise hohen Lebenshaltungskosten in Jena müsse die Stadt zuschießen. Aktuell habe die Stadt zwei Millionen Euro dafür ausgegeben, so Hertzsch. Sobald geklärt sei, wer bleiben darf, bestehe ein Recht auf Arbeit. Das heiße zugleich, dass im Bedarfsfall Alg II (Hartz IV) gezahlt werde. Unter den Flüchtlingen in Winzerla seien drei Fachärzte, ein Tierarzt und einige Handwerker, sagte Hertzsch. Das hätten die Flüchtlinge bei einer freiwilligen Befragung angegeben.
Andreas Amend, der im städtischen Auftrag die Flüchtlingsarbeit koordiniert, sagte, es werde eine Hausleitung geben und soziale Betreuung. Zudem werde ein Wachschutz für die Sicherheit sorgen.
Die Stadt Jena hatte Anfang November insgesamt 1.056 Personen untergebracht, von denen die meisten um Asyl nachsuchen. Weiterhin gehören anerkannte Flüchtlinge laut Genfer Konvention dazu sowie Menschen, die aus anderen Gründen eine Aufenthaltserlaubnis haben. Er sprach von einer „erheblichen Dynamik“ in der Flüchtlingsfrage. Soll heißen, die 16.518 Menschen, die bislang nach Thüringen kamen, werden nicht die letzten sein. Beinahe die Hälfte der Schutzsuchenden kommt aus Syrien, elf Prozent kommen aus dem Kosovo, ebenfalls elf Prozent aus Albanien. Zunehmend kommen Menschen aus Eritrea und Afghanistan nach Deutschland, so Amend.
Ortsteilbürgermeister Friedrich-Wilhelm Gebhardt dankte dem Flüchtlingskreis Winzerla für die engagierte Hilfe. Sobald die Flüchtlingsunterkunft fertiggestellt sei, werde es dort einen Tag der offenen Tür geben, sagte Gebhardt.

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