Der Winzerlaer Matthias Treffs verkauft die Straßenzeitung „Notausgang“

Der Winzerlaer Matthias Treffs verkauft die Straßenzeitung „Notausgang“

Jena Winzerla. „Notausgang“ – die Jenaer Straßenzeitung gibt es seit 1997. Und seit dieser Zeit wird das Blatt hauptsächlich über den Straßenverkauf vertrieben. Die Verkäuferinnen und Verkäufer – kenntlich an dem Lichtbildausweis an der Kleidung – stehen meist an einem Stammplatz, um ihre Kundschaft zu empfangen. Einen solchen Stammplatz hat Matthias Treffs im Kaufland-Foyer in Lobeda-West gefunden. „Seit 2010 verkaufe ich die Straßenzeitung in Jena“, sagt der 49-jährige Winzerlaer. Etwa 100 Euro verdient Treffs im Monat mit dem Verkauf der Zeitung dazu, das bringt ihn und seine Frau knapp über die Hartz-IV-Grenze, wie er sagt. Matthias Treffs hat Verkäufer gelernt und bis 1992 in seinem Beruf gearbeitet. Dann wurde er entlassen. Es folgten verschiedene Maßnahmen wie Bewerbungstraining und Eingliederungshilfen und schließlich eine Umschulung zum Bürokaufmann. Eine Anstellung fand Treffs jedoch nicht wieder. Seit 2013 bezieht er nun eine kleine EU-Rente.

An fünf Tagen in der Woche steht Matthias Treffs im Kaufland-Foyer und wartet auf seine Kunden. Er habe etwa 200 Stammkunden, die jede Ausgabe vom „Notausgang“ bei ihm kaufen. Vier Zeitungen gibt es pro Jahr und die letzte des Jahres, die „Weihnachtsausgabe“ läuft immer am besten. „Vielleicht sind die Menschen in der Vorweihnachtszeit einfach spendabler“, sagt Treffs. Generell habe er gern Kontakt mit seiner Kundschaft. Es seien viele Rentner dabei, die gern ein wenig mit ihm plaudern. Manchmal gibt es ein paar Cent Trinkgeld – vom Verkaufspreis von 1,60 Euro geht die Hälfte an die Verkäufer – manche Kunden zählen aber auch die Cents einzeln in die Hand des Verkäufers.

Es sind vorwiegend soziale Themen, über die in „Notausgang“ berichtet wird. Aktuell bestreiten drei Redakteure die meisten Beiträge, Gastautoren sind erwünscht. Die Zeitung ist insgesamt ein soziales Projekt und für Verkäufer wie Matthias Treffs eine wichtige Sache. Gut, dass es sie gibt.
Einige Exemplare der Straßenzeitung „Notausgang“ sind im Stadtteilbüro Winzerla erhältlich. Der Erlös aus dem Verkauf kommt Matthias Treffs zugute.

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