Das Sozialmanagement bei „jenawohnen“

Das Sozialmanagement bei „jenawohnen“

Jena Winzerla. Wenn viele Menschen relativ eng beieinander leben, bleiben Konflikte und Reibungen nicht aus. Das ist in Winzerla nicht anders als in anderen Großwohngebieten. Da stören die Latschen des Nachbarn im Treppenhaus, ärgert man sich über das geöffnete Flurfenster oder nerven einen die Geräusche aus dem Schlafzimmer nebenan. Gut, dass es da eine Stelle gibt, die sich der Sorgen der Mieter annimmt. Bei „jenawohnen“ ist es das Sozialmanagement, das es in seiner jetzigen Form seit 2005 gibt. „Unser Trumpf ist das starke Netzwerk, das wir mit den Vereinen und Trägern vor Ort bilden“, sagt Antje David, die das Sozialmanagement seit 2005 leitet. In Winzerla gehören das Stadtteilbüro und der Freizeitladen zu diesem Netzwerk, hinzu kommen Vereine wie die „Bildungsbrücke“. Antje David sagt, ihr gehe es darum, tragfähige Lösungen zu finden und nicht nur schlicht Konflikte zu lösen.

„Wir haben in jedem Stadtteil Mieter, die unsere Hilfe brauchen“, sagt Antje David. Diese Hilfe kann sehr unterschiedlich aussehen, von Beratungen bei finanziellen Problemen bis hin zu günstigen gebrauchten Möbeln, für die eigens ein Lager eingerichtet wurde. Als die Zahl der Flüchtlinge in Jena zunahm, wurde Wohnraum gesucht und galt es, die Menschen mit den Gepflogenheiten in Deutschland vertraut zu machen – etwa bei so profanen Dingen wie der Mülltrennung. Um die Sprachbarriere zu überwinden, wurden zwischenzeitlich vier Dolmetscher beschäftigt, inzwischen gibt es noch einen Sprachmittler beim Sozialmanagement.
Ein sensibles Thema sind Messi-Wohnungen, die ab und an mal entdeckt werden. Antje David sagt, nach ihrer Kenntnis sei das kein zunehmendes Problem, aber der Blick dafür sei heute geschärfter als früher: „Aber natürlich muss man auch sagen, dass manche Mieter schlicht andere Vorstellungen davon haben, wie sie wohnen.“ Sprich: Unordnung ist noch kein Grund, in irgendeiner Form einzuschreiten. Zumal die Unversehrtheit der Wohnung ein hohes Gut sei. Wenn es doch den Verdacht gibt, der Nachbar könne ein Messi sein, sollten sich Mieter vertrauensvoll an das Sozialmanagement wenden. Über Telefon 884230.

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