„Bleibe im Ruhestand weiter den Kindern verbunden“

„Bleibe im Ruhestand weiter den Kindern verbunden“

Jena Winzerla. Barbara Voigt geht in den Ruhestand. Die langjährige Leiterin des Kindergartens „Pusteblume“ hatte am 31. Januar ihren letzten Arbeitstag. „Aber natürlich kann ich nicht von 150 Prozent auf Null runterfahren“, sagt die 65-Jährige und lacht. Sie werde sich erstmal neu sortieren müssen, fügt sie hinzu. Sie möchte ihre Zeit weiterhin Kindern widmen und im Kinderhospiz in Lobeda ehrenamtlich mit anpacken, beispielsweise in der Geschwisterbetreuung. Ab und zu werde sie zudem nach Dresden reisen, die Schwester besuchen.
Barbara Voigt war bereits dabei, als die „Pusteblume“ am 8. Oktober 1985 eröffnet wurde. Seinerzeit wurden gut 350 Kinder betreut, in Krippe und Kindergarten. Pro Gruppe habe es eine Erzieherin gegeben, sagt Voigt. Hinzu seien Technik-Kräfte gekommen: „Es wurde selbst gekocht, wir hatten Reinigungskräfte und eine Wäschefrau, heute kaum noch vorstellbar.“ Doch nicht nur die äußeren Bedingungen haben sich im Laufe der Jahre verändert. Heute, sagt Barbara Voigt, werden sie und ihr Team von vielen Eltern schlicht als Dienstleister angesehen, nach dem Motto „Wir zahlen, ihr liefert!“. Zu DDR-Zeiten sei den Erzieherinnen mehr Wertschätzung entgegengebracht worden, „da wurde zu einem aufgeblickt“. Barbara Voigt sagt, die Kinder würden ihr sicher fehlen, immerhin hat sie gut 1.500 bis 1.600 Jungen und Mädchen kommen und gehen sehen. Vermissen werde sie sicher auch das Team und das Miteinander mit den Kolleginnen und Kollegen.

Aktuell werden 203 Kinder in der „Pusteblume“ betreut, die jüngsten werden mit sieben Monaten aufgenommen. Es gibt 35 Mitarbeiterinnen, darunter sind sieben Männer. Einer von ihnen, Martin Weber, wird die Leitung des Teams übernehmen.
Die „Pusteblume“ ist ein Kneipp-Kindergarten und eine integrative Einrichtung, bis zu 20 Kinder mit Handicap können aufgenommen werden. Seit 2003 ist die Thüringer Sozialakademie der Träger.

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